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Behandlungs- vs. Rechnungsdatum – Jahreswechsel bei der Krankenversicherung

Arztrechnungen können nach dem Jahreswechsel schon mal für Verwirrung sorgen. An welche Franchise wird nun die Behandlung angerechnet? Zählt das Rechnungs- oder Behandlungsdatum? Und weshalb fehlen Rechnungen auf dem Auszug für die Steuererklärung?

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FOTOLIA

Für die Kostenbeteiligungen zählt das Behandlungsdatum
Die Behandlung wird immer an die Franchise/Selbstbehalte jenes Jahres angerechnet, in welchem die Behandlung auch erfolgte.

Beispiel: Sie waren am 09.12.2016 beim Arzt, die Rechnung erhalten Sie aber erst am 19.01.2017. Obwohl Sie die Rechnung nun im neuen Jahr bei Ihrer Versicherung zur Rückerstattung einreichen können, wird die Rechnung an die Franchise/Selbstbehalt des alten Jahres – des Behandlungsjahres – angerechnet.

Dies ist besonders wichtig, wenn Sie Ihre Krankenversicherung gewechselt haben. Rechnungen, die Behandlungen aus dem Jahr 2016 betreffen, werden noch durch Ihren alten Versicherer übernommen.

Beispiel: Sie mussten Ende Jahr mit einer Physiotherapie beginnen. Fünf Sitzungen haben Sie bereits im Dezember besucht, vier erst im Januar. Die Therapiekosten im Dezember werden von Ihrer alten Versicherung übernommen, die Sitzungen im Januar von Ihrer neuen.

Beim Gesundheitskostenauszug für die Steuern ist das Abrechnungsdatum relevant
Anders verhält es sich beim sogenannten Gesundheitskostenauszug für die Steuererklärung. Um das Ausfüllen der Steuererklärung zu erleichtern, stellen viele Versicherungen Ihren Kunden einen Gesundheitskostenauszug* zu.

Der Auszug von Sanagate führt folgende Angaben auf:
• Wie viel Prämie Sie im vergangenen Jahr bezahlt haben.
• Welchen Betrag Sie für Gesundheitskosten ausgegeben haben.
• Welchen Betrag die Versicherung für Sie übernommen hat.

Bei der Erstellung des Gesundheitskostenauszugs wird bei Sanagate das Abrechnungsdatum (der Versicherung) und nicht das Behandlungsdatum berücksichtigt. Das bedeutet, dass bei den Angaben zu den Gesundheitskosten nur jene Rechnungen aufgeführt werden, die auch im entsprechenden Steuerjahr von der Versicherung verarbeitet wurden.

Beispiel: Im November 2016 mussten Sie sich einer Operation unterziehen. Das Spital schickt die Rechnung für den Eingriff kurz vor Weihnachten an Ihre Versicherung. Aufgrund der Festtage kann die Rechnung erst anfangs Januar verarbeitet werden. Da Sie 2016 Ihre Franchise noch nicht ganz erreicht hatten, erhalten Sie von Ihrer Versicherung eine Kostenbeteiligungsabrechnung über CHF 280 (die Franchise greift im Behandlungsjahr).

Weil Sie diese Rechnung von Ihrer Versicherung aber erst im Januar 2017 erhalten und die Kosten für Sie auch erst im neuen Jahr anfallen, betrifft diese Rechnung das Steuerjahr 2017. Deshalb kann es sein, dass eine Rechnung für eine Behandlung aus dem alten Jahr nicht auf dem Gesundheitskostenauszug 2016 aufgeführt ist, sondern dann erst auf dem Auszug 2017 erscheint.

*Neukunden können diesen bei Sanagate einfach online anfordern, in folge Jahren erhalten sie den Auszug dann automatisch.

Der Grund, weshalb manche Rechnungen fehlen
So kann es auch sein, dass Sie eine Apothekenrechnung im November noch selber bezahlt haben und Sie uns den Beleg zur Rückerstattung anschliessend eingereicht haben. Der Sanagate-Kundendienstleiter Marcel Weder weiss, dass es hierbei zu Verwirrung bei den Kunden kommen kann: „Einige Kunden erwarten, dass diese Kosten dann auch auf dem Auszug 2016 aufgeführt sind.“ Wenn aber die Abrechnung/Rückerstattung erst anfangs 2017 erfolge, werde die Rechnung auch erst auf dem Auszug 2017 aufgeführt, erklärt er.

Alle Unterlagen online griffbereit
Sanagate Kunden können auf ihrem persönlichen Kundenlogin mySanagate jederzeit all Ihre Versicherungsunterlagen online einsehen. Dokumente wie Leistungsabrechnungen oder den Gesundheitskostenauszug können sie auch elektronisch herunterladen.

„Auch wenn beim Versicherten die Kosten effektiv im 2016 angefallen sind, wird bei Sanagate für den Auszug immer das Abrechnungsdatum berücksichtigt“, erklärt Marcel Weder. Zwar sei dies für die Versicherten nicht immer nachvollziehbar, habe aber einen plausiblen Grund: „In dem wir für den Auszug das Abrechnungsdatum berücksichtigen, können wir für jedes Jahr eine abschliessende Auflistung gewährleisten. Denn das Abrechnungsdatum ist eindeutig und kann immer dem dazugehörenden Jahr zugeordnet werden.“

Arztrechnungen könnten hingegen bis zu fünf Jahre nach Behandlung gestellt werden resp. was oft der Fall sei, dass Behandlungen aus dem vergangenen Jahr erst im Verlauf des neuen Jahres in Rechnung gestellt würden. „Würden wir das Behandlungsdatum berücksichtigen, müssten die Auszüge laufend aktualisiert werden und wir könnten den Versicherten nie eine abgeschlossene Auflistung zur Verfügung stellen“, so Marcel Weder.

Wenn also eine Rechnung aus dem vergangenen Jahr nicht auf dem Auszug ausgeführt ist, bedeutet dies nicht, dass Ihre Versicherung die Rechnung vergessen hat. Sie werden diese dann wohl auf dem Auszug des nächsten Jahres entdecken. Falls Sie Fragen zum Einreichen von Rechnungen oder Ihrem Gesundheitskostenauszug für die Steuern haben, melden Sie sich bei uns.

4 Kommentare

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  1. Donat Kaiser | 27.01.2017 um 16:48

    Schade, die Steuerbehörde interessiert nicht wann Rechnungen bezahlt oder verrechnet werden sondern das Datum der Rechnungsstellung ist relevant. Ich muss also die Rechnungsbeträge der Monate Nov. und Dez. die durch Sanagate nicht im Steuerauszug aufgeführt sind noch dazu zählen. Eigentlich könnten die im Januar und Februar durch Sanagate verarbeiteten Rechnungen vom Vorjahr noch im Steuerauszug aufgeführt. Ich denke, dass damit dem grössten Teil der Kunden geholfen wäre.

    1. Désirée Seuret | 31.01.2017 um 10:48

      Guten Tag Donat Kaiser
      Wir verstehen, dass Sie sich einen kompletten Auszug nach Rechnungsdatum wünschen. Der Gesundheitskostenauszug ist eine freiwillige Dienstleistung von unserer Seite, mit dem wir unseren Versicherten das Ausfüllen der Steuererklärung erleichtern möchten. Wie Sie sagen, können Sie Rechnungen, die auf dem Auszug fehlen, selbstständig ergänzen und der Steuererklärung die Rechnungskopien oder Leistungsabrechnungen beilegen.

      Damit wir allen Versicherten die Auszüge zustellen können, sind wir auf eine Automatisierung unseres Systems angewiesen. Um dabei für ein Jahr abschliessende Auszüge erstellen zu können, müssen wir uns auf das Abrechnungsdatum stützen. Ebenfalls gibt es Steuerämter, für die beim Abzug von Krankheitskosten explizit das Abrechnungs- und nicht Behandlungsdatum relevant ist. (http://www.lausen.ch/de/verwaltung/dienstleistungen/welcome.php?dienst_id=4934)

      Ihr Input, Rechnungen aus dem Vorjahr, welche zu Beginn des neuen Jahres bearbeitet wurden, noch auf dem Auszug zu berücksichtigen, können wir nachvollziehen. Hierbei ist es aber systemtechnisch nicht möglich, dass Rechnungen aus dem neuen Jahr, welche schon zu Jahresbeginn bearbeitet wurden, ausgeschlossen würden.

      Wir bedauern, dass wir Ihnen nicht einen Auszug zu Ihrer vollsten Zufriedenheit zustellen können. Dennoch hoffen wir, dass dies für Sie trotzdem einfacher ist, als wenn Sie alles komplett selber zusammentragen müssten.

      Freundliche Grüsse
      Ihr Sanagate-Team

  2. F. G. | 28.01.2017 um 12:16

    Besten Dank für die Informationen. Ich hatte mich ebenfalls gewundert, wieso dieser Auszug bereits anfangs Jahr kommt und nicht erst ca. Mitte Februar, was ja noch bestens für die Berücksichtigung in der Steuererklärung reichen würde. Vermutlich ist der administrative Aufwand dadurch etwas erhöht, ein späterer “Jahresabschluss” wäre für die Kunden jedoch hilfreich.
    Ein weitere Lücke: Da ich jeweils (gemäss Empfehlung/Vorgabe Sanagate) die Rechnungen erst ab dem Erreichen der Jahresfranchise einreiche, fehlen diese natürlich auf dem Auszug. Das kann insbesondere bei hohen Franchisen relevant sein.

    1. Désirée Seuret | 31.01.2017 um 10:55

      Guten Tag F. G.
      Danke für Ihre ehrliche Rückmeldung. Wir können nachvollziehen, dass es für Sie noch einfacher wäre, wenn auf dem Auszug effektiv alle Rechnungen aus dem entsprechenden Jahr aufgeführt wären. Damit wir unseren Kunden eine abschliessende Auflistung zustellen können, müssen wir uns auf das Abrechnungsdatum stützen. Auch wenn wir die Auszüge erst im Februar machen würden, bestünde noch die Möglichkeit, dass Ärzte Behandlungen aus dem Dezember erst im März in Rechnung stellen würden. Zudem wäre es systemtechnisch nicht möglich, Rechnungen aus dem neuen Jahr, welche schon zu Jahresbeginn bearbeitet wurden, auszuschliessen. Eine individualisierte Aufstellung würde wie Sie sagen einen grossen administrativen Aufwand mit sich bringen – die Verwaltungskosten versuchen wir allerdings zu Gunsten tiefer Prämien auf einem absoluten Minimum zu halten. Mit dem Gesundheitskostenauszug möchten wir Ihnen das Ausfüllen der Steuererklärung erleichtern – es ist aber nicht die Pflicht eines Versicherers, den Kunden solche Zusammenstellungen zuzustellen.

      Hinsichtlich der Sammelrechnung sind wir Ihnen sehr verbunden, dass Sie hiermit mithelfen, Verwaltungskosten einzusparen. Wir verstehen, dass es für Sie aber ärgerlich ist, wenn die Rechnungen dann erst im Folgejahr auf dem Auszug aufgeführt werden. Um dies zu umgehen, können Sie alle Leistungsabrechnungen aus dem entsprechenden Jahr von mySanagate herunterladen und der Steuererklärung beilegen. Oder Sie laden die Rechnungen jeweils direkt nach Erhalt auf mySanagate hoch, damit wir diese umgehend bearbeiten können.

      Falls Sie Fragen zu einzelnen Abrechnungen haben, können Sie sich direkt via mySanagate oder per Mail an leistungen@sanagate.ch an uns wenden.

      Freundliche Grüsse
      Ihr Sanagate-Team