Bärlauch kann mehr als nur würzen

Mit dem Frühlingskraut lassen sich nicht nur köstliche Gerichte kreieren, sondern Bärlauch ist auch sehr gesund. Sofern Sie nicht den giftigen Doppelgänger pflücken.

Achtung: Bärlauch (links) kann leicht mit Maiglöckchenblättern (rechts) verwechselt werden. FOTOLIA

Haben Sie es auch schon gerochen? Wenn man durch den Wald spaziert, steigt einem nun wieder ein unverkennbarer Duft in die Nase. Von März bis Mai spriesst Bärlauch an vielen Ecken und verströmt seinen Knoblauchgeruch. Weil das Lauchgewächs auch wie sein Verwandter Knoblauch sehr aromatisch schmeckt, ist es in der Frühlingsküche ein gern gesehenes Kraut.

Wo es erlaubt ist, können Sie Bärlauch im Wald sammeln oder Sie pflanzen es an einem schattigen und feuchten Plätzchen im eigenen Garten an. Damit das Kraut aber immer genügend Samen übrig hat, so dass es auch im nächsten Frühling wachsen kann, sollte man nur in grossen Beständen ernten – und auch dort jeweils aus einer Blattrosette nur ein, zwei Blätter pflücken.

Wer auch im Sommer nicht auf Bärlauch verzichten möchte, kann die Blätter wie z. B. Schnittlauch bedenkenlos einfrieren. Dabei muss einzige eine kleine Geschmackseinbusse hingenommen werden.

Bärlauch, das grüne Wunderkraut
Das Frühlingskraut ist aber nicht nur schmackhaft, sondern auch gesund. Seine schwefelhaltigen Inhaltsstoffe bringen die Durchblutung in Fluss und reinigen das Blut. Zudem wirkt Bärlauch entzündungshemmend und krampflösend, weshalb ein Bärlauch-Süppchen bei Magen-Darm-Beschwerden wahre Wunder tun kann.

Achtung vor giftiger Verwechslungsgefahr
Damit aber nicht das gepflückte Kraut selbst zu Beschwerden führt, müssen Sie unbedingt darauf achten, dass Sie nicht versehentlich Maiglöckchen-Blätter ernten. Denn wie Bärlauch schiessen nun diese giftigen Pflanzen aus dem Boden und scheinen dem Speisekraut zum Verwechseln ähnlich.

So können Sie die Pflanzen unterscheiden:

Bärlauch
Maiglöckchen
Knoblauchgeruch geruchlos
Blätter wachsen einzeln, aber in Rosettengruppen Mehrere Blätter wachsen an einem Stiel
Weisse Blüten wachsen in einer Art Dolde Mehrere kleine, weisse Blüten hängen vom Blütenstiel

Machen Sie im Zweifelsfall immer den Test und reiben die Blätter zwischen Ihren Fingern. Wenn es nach nichts riecht, lassen Sie die Maiglöckchen in der Natur. Nur wenn die Blätter einen deutlichen Knoblauchgeruch verströmen, ist es Bärlauch.

Zwar braucht es für eine ernsthafte Vergiftung eine grosse Menge an Maiglöckchen-Blättern. Wer nach dem Verzehr von vermeintlichen Bärlauchblättern aber Symptome wie Erbrechen, Durchfall oder unregelmässigen Puls feststellt, sollte sich an das Toxikologische Informationszentrum unter der Telefonnummer 145 wenden.

Bärlauch-Rezepte

Sein Geschmack nach Knoblauch macht Bärlauch zum der optimalen Gewürz-Alternative im Frühling. Doch nicht nur zum Verfeinern von Gerichten ist das Kraut gewachsen. Es lassen sich auch herrliche Bärlauch-Gerichte zaubern.

Im Gegensatz zu Knoblauch hat Bärlauch keine langanhaltenden „Geruchs-Nebenwirkungen“ – Sie können also ordentlich zu greifen.


Bärlauch-Suppe

FOTOLIA

Für 4 Personen

  • 1EL Olivenöl
  • 1 Zwiebel
  • 50g mehlig kochende Kartoffeln
  • 8 dl Gemüsebouillon
  • 6 EL fein geschnittene Bärlauchblätter
  • 1,8 dl Halbrahm
  • Salz, Pfeffer

Zwiebeln fein hacken und dämpfen. Kartoffeln in Stücke schneiden und ebenfalls kurz mitdämpfen.

Bouillon dazu giessen und zugedeckt ca. 15 min köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind.

3 EL geschnittene Bärlauchblätter dazugeben und alles fein pürieren.

Nun den Rahm (nicht zu) steif schlagen, den restlichen Bärlauch darunter mischen und die Hälfte des Bärlauchrahms unter die Suppe rühren und warm werden lassen (nicht aufkochen*).

Zum Schluss die Suppe mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit dem restlichen Bärlauchrahm garniert servieren.

* Beim Kochen verliert Bärlauch schnell an Geschmack.


Bärlauchrisotto mit Ziegenkäse (Swissmilk)

Ⓒ Swissmilk

Für 4 Personen

  • 1 Zwiebel, fein gehackt
  • Butter zum Dämpfen
  • 350 g Risottoreis
  • 7-8 dl Bouillon, heiss
  • 100 g Bärlauch (oder 50 g Bärlauch und 50 g junger Spinat)
  • 5 EL Rapsöl
  • 0,5 dl Rahm
  • Ziegenfrischkäse nature, ca. 400 g
  • 1 TL Rohzucker
  • Salz, Pfeffer

Risotto: Zwiebel in der Butter andämpfen. Reis beifügen, mitdünsten. Mit wenig Bouillon ablöschen, heisse Bouillon nach und nach dazugeben. Bei kleiner Hitze 15-20 Minuten köcheln, oft umrühren.
Bärlauch und Rapsöl pürieren, unter den Risotto mischen. Rahm dazugeben, würzen.

Ziegenfrischkäse: Zucker und Pfeffer auf die Käse verteilen. Im oberen Teil des auf 200°C vorgeheizten Ofens 5 Minuten backen.


Bärlauch-Pesto

FOTOLIA

Für 4 dl

  • 100 g Bärlauch
  • 80 g Pinienkernen (oder gemischt
  • mit Kürbis- und Sonnenblumenkernen)
  • 50 g geriebener Parmesan
  • 1 dl Rapsöl
  • 2 TL Zitronensaft
  • Salz und Pfeffer

Bärlauch gründlich waschen und gut abtropfen. Blätter grob hacken und mit Pinienkernen, Käse und Öl fein pürieren. Pesto würzen und mit Zitronensaft abschmecken.

Das Pesto lässt sich im Kühlschrank mehrere Monate aufbewahren.

Und welche Bärlauch-Gerichte zaubern Sie auf den Tisch?

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