Zeckenenzephalitis: Das müssen Sie wissen!

Die Meldungen über Zeckenbisse häufen sich. Das Jahr 2018 scheint ein Rekordjahr zu werden. Doch was ist an der Zeckenplage so gefährlich? 

Kleine Tierchen, grosser Gesprächsstoff. Fotolia

Die kleinen Tierchen sind aktuell ein grosses Thema. Grund dafür ist, dass die Zecken Infektionskrankheiten wie Meningoenzephalitis übertragen können und deshalb ein Zeckenbiss vermieden werden soll.

Meningoenzephalitis – was ist das genau?

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), welche insbesondere zwischen Frühsommer und Herbst durch Zeckenbisse übertragen werden kann, ist eine Infektionskrankheit. Zecken halten sich vor allem in Laubwäldern an feuchten Stellen (Gräser, Sträucher, Büsche) auf und sind in der ganzen Schweiz bis auf ca. 2000 m. ü. M. anzutreffen. Sie zielen auf Tier- und Menschenblut ab und können beim Stechen verschiedene Krankheitserreger übertragen.

Welche Symptome gilt es zu beachten?

Die FSME verläuft typischerweise in zwei Krankheitsphasen. In der ersten Phase, 4 bis 28 Tage nach dem Stich, kann es zu grippeartigen Symptomen kommen (z.B. Fieber, Glieder- oder Kopfschmerzen). Wenige Tage später trifft bei etwa einem Drittel der Erkrankten eine zweite Krankheitsphase mit hohem Fieber auf. Handelt es sich in dieser Phase um eine Meningoenzephalitis, tauchen folgende Symptome auf: Gesichts-, Arm- oder Bein-Lähmungen, Bewusstseinstrübungen oder Konzentrationsstörungen.

Wie können Sie sich vor einer Infektion schützen?

Um das Risiko einer Infektionskrankheit durch einen Zeckenbiss gering zu halten, besteht in erster Linie die Möglichkeit einer Impfung. Empfohlen wird diese an folgende Personen:

  • Personen ab dem 6. Lebensjahr
  • Personen, welche in einem bekannten Gebiet mit FSME-Empfehlung wohnen oder sich zeitweise dort aufhalten

Nach der Impfung sollten weiterhin vorbeugende Massnahmen beachtet werden:

  • Meiden von Unterholz
  • Absuchen des Körpers und der Kleider nach Zecken
  • Schutzmittel für die Haut verwenden
  • Insektizide für die Kleider
  • Bei Zeckenbiss: rasche Entfernung der Zecken, Desinfektion und Zeitpunkt des Stichs notieren

Infektionsanzeichen erkannt – was ist zu tun?

Vorbeugende Massnahmen sind wichtig, bieten aber keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Infektion. Sollten Sie trotzdem einen Zeckenbiss entdecken, handeln Sie umgehend: Gefundene Zecken so schnell wie möglich mit einer feinen Pinzette entfernen und die Stichstelle desinfizieren. Falls Fieber- oder andere Krankheitssymptome auftauchen, je nach Versicherungsmodell bitte umgehend Ihren Arzt oder das telemedizinische Zentrum Ihres Krankenversicherers kontaktieren.

Beteiligt sich die Versicherung an den Impfkosten?

Die Zeckenimpfung wird von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) abzüglich der Kostenbeteiligung (Franchise und/oder Selbstbehalt) nur dann vergütet, wenn der Versicherte  in einem bekannten Gebiet mit FSME-Empfehlung wohnt oder sich zeitweise dort aufhält.

Welche Gebiete eine FSME-Empfehlung haben, sehen Sie in dieser Übersicht:
Gebiete mit FSME-Empfehlung

Aktuell prüft die eidgenössische Kommission für Impffragen, ob die Impfempfehlung künftig für die ganze Deutsch- und Westschweiz gelten soll (Stand Juli 2018). Somit müssten die Krankenkassen eine Impfung künftig in allen Regionen bezahlen. Falls der Entscheid positiv ausfällt, könnte die neue Regelung bereits nächstes Jahr in Kraft treten.

Kann die Impfung auch in einer Apotheke durchgeführt werden?

Es ist möglich, die Impfung in einer Apotheke durchzuführen. Dies jedoch nur gegen Vorweisen einer Verordnung, welche beim Arzt eingeholt werden muss. Falls Sie im telemedizinischen Modell versichert sind, besteht die Möglichkeit das Rezept telefonisch anzufordern. Das Rezept kann danach direkt an die gewünschte Apotheke, bei welcher Sie die Impfung durchführen möchten, weitergeleitet werden.

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