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Der Kampf zwischen Preis-Leistung geht weiter

Was macht eine Krankenversicherung gegen die stetig steigenden Prämien? Und auf was freut man sich am meisten im neuen Jahr? Der Leiter Kundendienst und Leistungen (Operations) von Sanagate gibt Auskunft.

Glaskugel, Blick in die Zukunft der Krankenversicherungen. FOTOLIA

Ein Blick in die Glaskugel: Damian Bühler erklärt im Interview, dass in Zukunft ein gesunder Weg zwischen den durch die Versicherung gedeckten Leistungen und den Prämienhöhen gefunden werden muss. FOTOLIA

Damian Bühler, du bist seit über 13 Jahren in der Krankenversicherungs-Branche tätig. Was hat sich über die Jahre verändert?

Damian Bühler: Dank den technischen Entwicklungen können wir unsere Dienstleistung heute viel effizienter erbringen. Das Bezahlen von Versicherungsleistungen läuft heute teilautomatisiert und der Kundenaustausch auf dem elektronischen Weg ist nicht nur schneller, sondern dank papierloser Kommunikation auch ökologischer und kostensparender. Gerade Onlineportale wie mySanagate sind ein grosser Gewinn für Versicherer und Versicherten. Aber auch die Fortschritte in der Medizin, neue Behandlungsmethoden und der breitflächige Zugang zu medizinischen Leistungserbringern haben unsere Branche beeinflusst. Nicht zuletzt, da sich dadurch auch die Gesundheitskosten verändert haben resp. stetig steigen.

Und mit den Gesundheitskosten resp. den Leistungen, die eine Versicherung erbringen muss, stiegen auch die Prämien über die vergangenen Jahre kontinuierlich. Wollen die Versicherungen diesen stetigen Anstieg nicht stoppen?

Natürlich! Sanagate will, dass die Versicherten so wenig wie möglich für Ihre Krankenversicherung bezahlen müssen. Jedoch dürfen wir die Prämien nicht selber festlegen, sondern diese werden durch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) genehmigt und sind an deren Bestimmungen wie etwa den Risikoausgleich gebunden. Mit den Prämien müssen jeweils immer die anfallenden Gesundheitskosten gedeckt werden können. Erst wenn also die Gesundheitskosten nicht mehr steigen, müssen wir auch die Prämien nicht mehr erhöhen.

Was unternimmt Sanagate, um den immer weiter steigenden Gesundheitskosten entgegen zu wirken?

Einerseits sensibilisieren wir unsere Kunden dafür, dass sie verantwortungsvoll mit dem Bezug von medizinischen Dienstleistungen umgehen und sich der Kosten bewusst werden. Ein massgebendes Mittel hierbei sind die sogenannten alternativen Versicherungsmodelle wie ein Hausarzt- oder Telemedizinisches-Modell. Wer in einem solchen Modell versichert ist, lässt sich immer zuerst telefonisch resp. vom Hausarzt beraten, anstatt sich direkt einer kostenintensiveren Untersuchung beim Spezialisten zu unterziehen.

“Wir sind bestrebt, die Verwaltungskosten
auf ein absolutes Minimum zu reduzieren.”

Andererseits kontrollieren wir die eingereichten Rechnungen detailliert, ob mit gültigen Tarifen abgerechnet wurde und Behandlungen auch wirtschaftlich sowie zweckmässig waren, um so Versicherungsmissbrauch vorzubeugen. Ebenfalls sind wir bestrebt, alle Abläufe so zu optimieren, dass wir die Verwaltungskosten auf ein absolutes Minimum reduzieren können. Leider können wir dabei aber nicht immer alles im Sinne des Kunden umsetzen, da wir uns an Vorgaben und Regulierungen des Gesetzgebers halten müssen.

Was für Regulierungen sind das zum Beispiel?

Einige Versicherte kaufen Ihre Medikamente im Ausland, weil sie dort günstiger sind als in der Schweiz. Die Medikamente wurden ihnen vom Arzt verschrieben und würden auch von der Grundversicherung bezahlt – wenn man diese in der Schweiz kaufen würde! Der Gesetzgeber verbietet uns, dass wir die Kosten für Medikamente, die im Ausland kostengünstiger bezogen wurden, übernehmen dürfen – wir dürfen nur bezahlen, wenn die Medikamente für mehr Geld im Inland gekauft wurden.

“Der Gesetzgeber verbietet uns, dass wir die Kosten für Medikamente,
die im Ausland kostengünstiger bezogen wurden, übernehmen dürfen.”

Den Ärger der Versicherten teilen wir in einem solchen Fall absolut, gerade weil sich der Versicherte sehr kostenbewusst verhalten hat und dann für sein Mitdenken „bestraft“ wird.

Wenn sie schon die Medikamente nicht günstiger im Ausland beziehen dürfen, was können Versicherte dann tun, um die Entwicklungen im Gesundheitswesen positiv zu beeinflussen?

In den vergangenen Jahren sind die Kosten für ambulante Behandlungen massiv gestiegen. Das bedeutet, dass man immer schneller auch z. B. wegen einer einfachen Erkältung zum Arzt geht. Alle Sanagate-Versicherte haben aber z. B. die Möglichkeit sich jederzeit telefonisch medizinisch beraten zu lassen. Rund um die Uhr können Sie bei gesundheitlichen Fragen aller Art unser telemedizinisches Beratungszentrum kontaktieren und erhalten von medizinischem Fachpersonal kostenlos eine Beratung – wodurch ihnen der Gang zum Arzt oft erspart bleibt.

Ebenfalls können die Versicherten ihren Arzt explizit nach einem Generikum fragen, wenn sie Medikamente beziehen müssen. Und nicht zuletzt ist es wichtig, dass auch die Versicherten selber die Arztrechnungen kontrollieren.

Wenn du einen Ausblick auf das neue Jahr wirfst, welche Herausforderungen warten auf Krankenversicherungen wie die Sanagate?

Leiter Operations Damian Bühler

Damian Bühler: seit 2011 Leiter Operations bei Sanagate.

In vielen Belangen wird auch in diesem Jahr ein Seilziehen zwischen Leistung und Preis herrschen. Einerseits erwarten die Versicherten, dass alle Kosten von der Versicherung übernommen werden. Andererseits möchte man keine höheren Prämien bezahlen müssen. Um hierbei die Kosten nachhaltig in den Griff zu kriegen ist es wichtig, dass wir zusammen mit unseren Kunden den stetig steigenden Gesundheitskosten entgegen wirken können.

Ebenfalls erwarten die Kunden von Ihrer Versicherung zu Recht einen professionellen und effizienten Service. Und dies müssen wir in Einklang mit minimalen Verwaltungskosten gewährleisten. Wir setzen deshalb auch dieses Jahr alles daran, dass wir unseren Kunden ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis bieten können.

Auf was freust du dich im 2017 besonders?

Auf die mySanagate-App. Dann können unsere Kunden Ihre Versicherungsunterlagen künftig auch einfach unterwegs abrufen. Und besonders toll finde ich, dass man dann Rechnungen nur noch fotografieren muss und diese dann mit wenigen Klicks bei uns einreichen kann.

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