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Franchise und Selbstbehalt – was ist das?

Neben den Prämien müssen bei der Krankenversicherung auch eine Franchise und ein Selbstbehalt bezahlt werden. Erfahren Sie, welche Franchise wann sinnvoll ist und wie Sie dabei sparen können.

Frau, haareraufend mit Rechnung (istockphoto)

Kostenbeteiligungen können ganz schön verwirrend sein. Die Franchise können Sie selber wählen, der Selbstbehalt ist auf CHF 700 pro Kalenderjahr begrenzt. ISTOCKPHOTO

Die Grundversicherung ist in der Schweiz obligatorisch. Diese Versicherung schützt Sie davor, dass Sie im Krankheitsfall nicht alle finanziellen Risiken selber tragen müssen. Für diesen Versicherungsschutz begleichen Sie jeden Monat die Prämienrechnung Ihrer Krankenversicherung. Soweit so einfach.

Neben den Prämien gibt es aber noch die sogenannte Kostenbeteiligung. Das heisst, falls Sie medizinische Dienstleistungen beziehen müssen, übernehmen Sie einen Teil der Kosten selber. Diese Kostenbeteiligung umfasst die Franchise sowie den Selbstbehalt. Doch was bedeutet das genau?

Die Franchise – die ersten Franken selber bezahlen

Sie können selber bestimmen, wie viel Sie von Ihren Gesundheitskosten pro Kalenderjahr in einem ersten Schritt selber übernehmen. Dieser Betrag heisst Franchise.

Die Franchise können Sie nach Ihren Bedürfnissen anpassen. Gehen Sie wenig zum Arzt? Rechnen Sie jährlich mit tiefen Kosten für medizinische Behandlungen und wollen mehr Eigenverantwortung übernehmen? Dann wählen Sie eine höhere Franchise und profitieren im Gegenzug von tieferen Prämien.

Die durch das Gesetz definierte Auswahlmöglichkeit für Erwachsene:

Franchise CHF 300
CHF 500
CHF 1000
CHF 1500
CHF 2000
CHF 2500

Um die Eltern vor finanziellen Risiken zu schützen liegt die Standard-Franchise für Kinder bei CHF 0. Dies weil Kinder tendenziell öfters medizinische Betreuung benötigen. Es können aber auch folgenden Franchisen gewählt werden: CHF 100, CHF 200, CHF 300, CHF 400, CHF 500 (wird von Sanagate nicht angeboten) oder CHF 600.

Bei Sanagate profitieren Sie mit höherer Franchise von Prämienrabatten von bis zu 43 %.

Die Krankenversicherungen dürfen jedoch nicht beliebig hohe Prämienrabatte auf die Grundversicherung gewähren. Das Gesetz definiert den maximal erlaubten Rabatt.

Wie viel sparen Sie mit einer Erhöhung der Franchise? Berechnen Sie es mit unserem Prämienrechner.

Ihre Franchise können Sie jeweils per 1. Januar des kommenden Jahres erhöhen. Teilen Sie Ihrer Krankenversicherung den Erhöhungs-Wunsch bis zum 31. Dezember schriftlich mit. Möchten Sie Ihre Franchise senken, müssen Sie dies jeweils bis zum 30. November schriftlich mitteilen.

Selbstbehalt – beschränkte Kostenbeteiligung

Sobald Ihre Franchise ausgeschöpft ist, kommt der Selbstbehalt zum Tragen. Nun bezahlt Ihre Versicherung 90 % Ihrer Gesundheitskosten. Ihnen werden lediglich noch 10 % verrechnet.

Beispiel:

Sie erhalten eine Arztrechnung von CHF 500.
Sie übernehmen den Betrag Ihrer Franchise – z. B. CHF 300 (einmalig).
Von den restlichen CHF 200 berappt 90 % Ihr Versicherer, Sie bezahlen in diesem Fall noch CHF 20 Selbstbehalt.

Flattert Ihnen nun im gleichen Jahre eine weitere Rechnungen von CHF 300 ins Haus, beteiligen Sie sich nur mit den 10 % Selbstbehalt – also CHF 30, da Sie Ihre Franchise bereits aufgebraucht haben.

Müsste nun aber Schwerkranker immer 10 % von jeder Rechnung selber übernehmen, würde das für manchen den finanziellen Ruin bedeuten. Deshalb ist der Selbstbehalt begrenz. Pro Kalenderjahr können maximal CHF 700 Selbstbehalt (CHF 350 bei Kindern) anfallen. Alle weiteren Kosten bezahlt Ihre Krankenversicherung.

Kostenbeteiligung bei Spitalaufenthalt

Müssen Sie ins Spital, übernehmen Sie einen kleinen Teil der Aufenthaltskosten selber. Die CHF 15 pro Tag entsprechen dabei den Lebenshaltungskosten, die für Sie zu Hause mit Verpflegung, Strom etc. ebenfalls anfallen würden.

Der Spitalbeitrag muss bei jedem Aufenthalt bezahlt werden. Es spielt dabei keine Rolle, ob Sie Ihre Franchise oder den Selbstbehaltanteil bereits erschöpft haben. Kinder bis 18 Jahre, junge Erwachsene in der Ausbildung bis 25 Jahre sowie Frauen für Leistungen bei Mutterschaft, müssen keinen Spitalbeitrag bezahlen.

Selbstbehalt bei Generika und Schwangerschaft

Sie können mithelfen, die steigenden Gesundheitskosten in der Schweiz einzudämmen, indem Sie bei der Medikamentenwahl Generika gegenüber den teureren Originalpräparaten bevorzugen. Dabei sparen Sie auch persönlich. Denn grundsätzlich beteiligen Sie sich bei den Kosten für Generika mit nur 10 %. Für Original-Medikamente, die Sie auf der Liste des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) finden, gilt ein Selbstbehalt von 20 %.

Verschreibt der Arzt aus medizinischen Gründen jedoch ausdrücklich ein Originalpräparat, beträgt der Selbstbehalt wie bei Generika lediglich 10 %.

Gewisse medizinische Leistungen, wie Behandlungen in einer normalen Schwangerschaft, werden vollständig von Ihrer Krankenversicherung übernommen. Das heisst, Sie bezahlen dabei weder Franchise noch Selbstbehalt.

Finden Sie die verschiedenen Kostenbeteiligungen nun immer noch verwirrend? Gerne diskutieren wir mit Ihnen darüber.

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