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Frauenarzt: Das bezahlt die Versicherung

Grundversicherung? Zusatzversicherung? Oder gar nicht? Wann und wie wird der gynäkologische Vorsorgeuntersuch beim Frauenarzt von Ihrer Versicherung übernommen? Wir klären, was viele Frauen jedes Jahr aufs Neue beschäftigt.

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In “OKP-freien-Jahren” decken gewisse Zusatzversicherungen den Vorsorgeuntersuchung – die “OKP-Jahre” können aber nicht ausgelassen werden. ISTOCKPHOTO

„Heute musste ich mit meiner Versicherung telefonieren, weil die mir den Vorsorgeuntersuch beim Frauenarzt nicht bezahlen wollten!” Diesen Satz kennen Sie womöglich selbst. Viele Frauen sind der Meinung, dass der jährliche Vorsorgeuntersuch beim Frauenarzt von der Krankenversicherung übernommen wird. Dies stimmt nur bedingt.

Diese sechs Punkte klären die grössten Verwirrungen im Zusammenhang mit der gynäkologischen Vorsorge.

1. Der Vorsorgeuntersuch ist alle drei Jahre durch die Grundversicherung gedeckt

Der gynäkologische Vorsorgeuntersuch gehört zu den Grundleistungen, die bei allen Krankenversicherungen aufgrund des Schweizer Krankenversicherungsgesetzes (KVG) gleich übernommen werden.

Beispiel:

2014 OKP gedeckt, 2015 nicht gedeckt, 2016 nicht gedeckt, 2017 OKP gedeckt

In Anbetracht auf die Deckung der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) ist der Hinweis „unter Berücksichtigung allfälliger Kostenbeteiligung“ wichtig. Dies bedeutet, dass der Untersuch nicht direkt zu 100% von der Versicherung bezahlt wird, sondern Sie sich mit Ihrer Franchise resp. dem 10%igen Selbstbehalt an den Kosten beteiligen.

Haben Sie dieses Jahr ein OKP-Jahr? Sanagate-Kundinnen können sich gerne bei uns erkundigen.

2. Zusatzversicherung für die jährlichen Vorsorgeuntersuche

Gehören Sie auch zu jenen Frauen, die sich sicherheitshalber jedes Jahr vom Frauenarzt checken lassen? Dann lohnt sich für Sie womöglich eine Zusatzversicherung.

Viele Versicherungen bieten nämlich Zusatzversicherungen an, die sich an den gynäkologischen Vorsorgeuntersuchen in den Jahren zwischen der OKP-Deckung beteiligen. Bei Sanagate werden die jährlichen Vorsorgeuntersuchungen in den „OKP-freien” Jahren durch die Ambulantversicherung  gedeckt. Interessant ist dabei, dass die Zusatzversicherung die Kosten zu 90% übernimmt und Ihnen Ihre Jahresfranchise nicht verrechnet wird.

Wenn Sie also die Franchise sparen können, möchte Sie womöglich jeden Vorsorgeuntersuch über die Zusatzversicherung abrechnen lassen?

Das ist jedoch aufgrund des Krankenversicherungsgesetzes nicht zulässig. Denn, die Leistung der Grundversicherung „verfällt” nicht. Das heisst, wenn Sie im 3. „OKP-Jahr” keinen Vorsorgeuntersuch machen lassen, bleibt die OKP-Leistung offen, bis Sie diese beziehen. Sie können das „OKP-Jahr” nicht „überspringen” und so die Vorsorgeuntersuche auch nicht einfach immer über Ihre Zusatzversicherung abrechnen lassen.

Beispiel:

2014 OKP gedeckt, 2015 VVG gedeckt, 2016 VVG gedeckt, 2017 kein Untersuch (wäre OKP), 2018 OKP gedeckt, 2019 VVG gedeckt.

3. Was gehört zu einem Vorsorgeuntersuch?

  • Messung des Blutdruckes
  • Blutanalyse
  • Urinkontrolle
  • Abtasten der Brust
  • Abtasten des Bauches
  • Krebsabstrich Gebärmutterhals (PAP-Abstrich)

Erfolgen andere oder weitere ärztliche Leistungen, ist nicht von einer präventiven, sondern einer krankheitsbedingten Behandlung auszugehen.

Damit für Ihre Versicherung erkennbar ist, dass es sich bei der Behandlung um einen Vorsorgeuntersuch handelte, weist Ihr Arzt auf dem Rückforderungsbeleg die Diagnose „T1 Vorsorgeuntersuch” aus.

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Der Frauenarzt weist den Behandlungsgrund auf dem Rückforderungsbeleg aus. SANAGATE

4. Weshalb wird manchmal der Vorsorgeuntersuch aus der OKP statt der Zusatzversicherung abgerechnet?

Es ist wieder ein Jahr um und Lisa geht zum routinemässigen Vorsorgeuntersuch. Nun stellt die Frauenärztin bei Lisa einen harmlosen Scheidenpilz fest und verschreibt ihr zur Behandlung eine Salbe. Wie gewohnt reicht Lisa anschliessend den Rückforderungsbeleg Ihrer Krankenversicherung ein und erwartet, dass der Vorsorgeuntersuch aus der Zusatzversicherung übernommen wird.

Lisa staunt aber nicht schlecht, als Ihre Versicherung die Rechnung aus der Grundversicherung bezahlt – und sich Lisa mit ihrer Franchise an den Kosten beteiligen muss. Lisa ist der Meinung, dass eigentlich die Zusatzversicherung an der Reihe wäre, die Kosten vollständig zu übernehmen. Weshalb wird die Rechnung nun aus der Gundversicherung bezahlt?

Wenn bei einer ärztlichen Konsultation ein Befund/Krankheit festgestellt wird, gilt die Behandlung immer als „Krankheit” resp. wird von der Grundversicherung* übernommen – dies auch, wenn der Befund im Rahmen eines Vorsorgeuntersuchs festgestellt wurde. Die Ärzte sind verpflichtet, dies entsprechend auf Ihrer Rechnung zu vermerken.

Sobald der Frauenarzt weiterführende Untersuchungen oder Behandlungen vornimmt, geht der Untersuch zu Lasten der Grundversicherung.

Die Zusatzversicherung sieht für gynäkologische Untersuche lediglich den „reinen” präventiven Vorsorgeuntersuch vor. Sobald der Frauenarzt also weiterführende Untersuchungen, Abklärungen oder Behandlungen vornimmt, gilt der ursprüngliche Vorsorgeuntersuch nicht mehr als Prävention, sondern als Behandlung gleich wie bei „Krankheit”. Und „Krankheits”-Behandlungen gehen gemäss Gesetz zu Lasten der Grundversicherung.

*sofern es sich um eine Pflichtleistung gemäss KVG handelt

5. Bei Versicherungswechsel – OKP oder VVG?

Sie haben Ihre Versicherung gewechselt und reichen der neuen Versicherung das erste Mal eine Vorsorgeuntersuch-Rechnung ein?

Die neue Versicherung muss nun prüfen, ob der Vorsorgeuntersuch aus dem „3-Jahres-OKP-Guthaben” übernommen wird oder aus der allfälligen Zusatzversicherung. Um sich Umtriebe zu ersparen, senden Sie Ihrer Versicherung zusammen mit der Rechnung am besten auch direkt eine Bestätigung Ihrer alten Versicherung mit, die ausweist, wann Ihnen das letzte Mal der Vorsorgeuntersuch aus der OKP übernommen wurde.

6. Das erste Mal zum Frauenarzt?

Geht eine junge Frau das erste Mal zum Frauenarzt, ist dieser Untersuch durch die Grundversicherung (OKP) gedeckt. Ebenfalls wird der zweite Untersuch durch die Grundversicherung übernommen, sofern dieser im darauffolgenden Jahr erfolgt.

Zu beachten ist dabei, dass Ihre Versicherung die Untersuchungskosten unter Berücksichtigung der Kostenbeteiligungen wie Franchise und Selbstbehalt abrechnet.

Fassen wir zusammen: Jedes 3. Jahr kommt die Grundversicherung zum Zug, in den zwei Jahren dazwischen, lohnt sich eine Zusatzversicherung – sofern beim Vorsorgeuntersuch nichts festgestellt wird.

Wann ist Ihr nächstes OKP-Jahr? Oder haben Sie sonstige Fragen zum gynäkologischen Vorsorgeuntersuchen? Gerne beantworten wir Ihre Anliegen.

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18 Kommentare

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  1. E. Eigenmann | 02.03.2015 um 12:52

    Guten Tag
    Der Hinweis wegen der Bezahlung ist schön und gut. Leider habe ich die Erfahrung machen müssen, weil ich nicht jedes Jahr einen Untersuch wollte, dass mir die Frauenärztin das Ausstellen des Pillenrezeptes verweigerte. Wohlverstanden, mir sind keine persönliche Krankheiten bekannt, an welchen ich zu leiden hätte.
    Bei der neuen Ärztin verlangte ich dann das Rezept auf drei Jahre, dies wurde mir auch hier wieder verweigert, und nun muss ich jedes Jahr um das Rezept (wenn ich kein Untersuch will) betteln. Da Ist viel Überzeugungsarbeit gerade auch bei der Ärzteschaft von nöten.

    1. Désirée Seuret | 05.03.2015 um 17:58

      Liebe Frau Eigenmann

      Besten Dank für die Schilderung Ihrer Erfahrungen. Wir verstehen, dass Ihnen das „Betteln“ um das Pillenrezept mühsam erscheint. In der Schweiz ist es aber so, dass es das sogenannte Bundesgesetz über Arzneimittel und Medizinprodukte gibt. Dieses Gesetz dient dem Schutz der menschlichen Gesundheit und legt unter anderem auch die Handhabung von rezeptpflichtigen Medikamenten, wie der Antibaby-Pille, fest. Die Ärzte müssen sich nicht nur an dieses Gesetz halten, sondern Sie übernehmen mit der Ausstellung von Rezepten auch die Verantwortung, dass sie etwa Risiken beim Patienten rechtzeitig erkennen müssten.

      Franziska Maurer, Frauenärztin und Vorstandsmitglied der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG) hat uns erklärt, dass die Einnahme der Antibaby-Pille Nebenwirkungen mit sich tragen und im schlimmsten Fall zu schweren Komplikationen wie Embolien oder Thrombosen führen können. Im persönlichen Gespräch mit der Patientin könne ein Frauenarzt mögliche Risiken prüfen, klären ob die Patientin an Gewicht zugelegt hat oder sich sonstige Faktoren verändert haben, welche eine andere Pille oder gar eine andere Verhütungsmethode bedingten. Ebenfalls könnten gefährliche Gerinnungsstörungen ausgeschlossen werden.

      Aufgrund dieser Sorgfaltspflicht stellen viele Gynäkologen das Pillenrezept nicht ohne persönlichen Kontakt aus.

      Die Gültigkeit eines Rezeptes darf zudem nicht willkürlich bestimmt werden, sondern hängt von der Medikamentenkategorie und den kantonalen Vorgaben ab. Grundsätzlich ist ein Rezept drei Monate ab Ausstellungsdatum gültig – bei der Pille sind Dauerrezepte möglich, die jedoch zwölf Monate nicht überschreiten.

      Wir hoffen, dass Sie mit Ihrer Ärztin eine passende Lösung finden und wünschen Ihnen alles Gute.

      Freundliche Grüsse
      Ihr Sanagate-Team

  2. F. Quan | 20.07.2015 um 22:59

    Bonjour,
    Je ne vais jamais chez le médecin. Avec une seule consultation par année chez le gynécologue, je n’atteins jamais la franchise, donc, cela ne sert à rien que j’envoie ma facture gynécologique à mon assurance de base les années AOS, même si je suis allée consulter. Comment faire pour que mon assurance complémentaire prenne quand même en charge les années non AOS vu qu’il est inutile pour moi d’envoyer à l’assurance de base une facture qui ne sera jamais remboursée?

    1. Désirée Seuret | 22.07.2015 um 11:46

      Madame,
      Comme assureur, pour pouvoir examiner votre droit à l’assurance complémentaire, nous devons savoir quand vous avez eu vos derniers examens de dépistage. Nous sommes tenus par loi de rembourser les examens de dépistage tous les trois au titre de l’AOS. Dans les années intermédiaires les coûts peuvent être couverts par l’assurance complémentaire. Si vous envoyez toujours toutes les factures des examens de dépistage, nous pouvons savoir automatiquement (au cas où vous auriez l’AOS et l’assurance complémentaire auprès de la même assurance), par quelle assurance et pour quelle année les coûts sont couverts.

      Nous comprenons que vous n’envoyiez pas les factures quand les coûts sont imputables à votre franchise et nous vous remercions pour votre engagement responsable. Mais si dans le futur vous envoyez chaque facture d’examen de dépistage, vous avez aussi la vue d’ensemble sur les décomptes de prestations concernés, quelle assurance a remboursé et à quelle date. Si vous n’aviez pas l’assurance de base et l’assurance complémentaire au même endroit, vous pouvez envoyer le décompte de prestations de l’AOS avec la facture de l’examen de dépistage à votre assurance complémentaire. Ainsi votre assurance complémentaire a aussi une meilleure vue d’ensemble.

      Si vous aviez des questions relatives à une facture déterminée, contactez-nous directement sous prestations@sanagate.ch ou sous le numéro 0800 347 358 (Lu-Ve, 8.00-12.00)

      Nous vous souhaitons une bonne journée et vous prions d’agréer, Madame, nos salutations distinguées.
      Votre team Sanagate.

  3. C.H. | 18.05.2016 um 17:50

    Guten Tag,

    ich hätte eine Frage:
    Ich lebe seit knapp 1,5 Jahren in der Schweiz und habe eine Grundversichrung bei der ÖKK in Davos.
    (Franchise: 300 CHF),
    Jetzt war ich vor paar Wochen bei einer Gynäkologische Vorsorgeuntersuchung.
    Muss ich dann den ganzen Beitrag selbst bezahlen oder übernimmt die Krankenkasse die vollständigen Kosten?
    Ich habe es nämlich so verstanden, das eine Untersuchung pro 3 Jahre die ÖKK komplett übernimmt auch wenn die Franchise im Jahr noch nicht voll sind

    1. Désirée Seuret | 20.05.2016 um 09:06

      Liebe C.H.
      Wir hoffen, Sie haben sich soweit gut in der Schweiz eingelebt. Wie Sie richtig sagen, ist der gynäkologische Vorsorgeuntersuch alle drei Jahre durch die Grundversicherung “gedeckt”. Dies ist eine sogenannte Pflichtleistung und gilt bei allen Versicherungen gleich. Wobei dies, wie Sie schildern zu Verwirrung führen kann, denn bei der Grundversicherung gilt bei allen Behandlungen immer der Zusatz “unter Berücksichtigung allfälliger Kostenbeteiligung”. Dies bedeutet eben genau, dass der Untersuch nicht direkt zu 100% von der Versicherung bezahlt wird, sondern Sie sich mit Ihrer Franchise resp. dem 10%igen Selbstbehalt an den Kosten beteiligen.

      Es gibt Zusatzversicherungen (VVG) wie etwa die Ambulantversicherung der Sanagate, welche die gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen in den dazwischen liegenden zwei Jahren übernimmt. Bei Zusatzversicherungen kommt dann der Selbstbehalt zur Anwendung, welcher in den VVG-Vertragsbedingungen definiert ist. Gerne sind wir bei weiteren Frage oder eine Beratung zu Zusatzversicherungen auch unter office.de@sanagate.ch für Sie da.

      Freundliche Grüsse
      Ihr Sanagate-Team

  4. P.R | 05.06.2016 um 13:49

    Sehr geehrte Damen und Herren

    Ich bin bei der KPT Versichert und habe eine Franchise in der höhe von 2500.-

    Nun habe ich erfahren, dass ich schwanger bin und habe meine erste Gynäkologische untersuchung hinter mir. Da ist nach 2 Wochen schon eine Rechnung gekommen ca 600.- muss ich das selbst bezahlen oder kann ich das von der KK zurückverlangen? Auch die 2. Grossuntersuchung habe ich vor mir und habe Angst wenn ich die komplette Rechnung selbst bezahlen muss da die 1. “kleine” Untersuchung schon 600.- kostet was die grosse Untersuchung kosten würde.

    Ich war noch nie bei der Frauenarzt kann ich die komplette Betrag von der KK zurück verlangen?

    Vielen Dank

    P.R

    1. Désirée Seuret | 07.06.2016 um 10:21

      Liebe P.R
      Herzliche Gratulation zu Ihrer Schwangerschaft. Es ist gesetzlich geregelt, welche Kosten die Grundversicherung für eine Schwangerschaft übernimmt, und dies ist von jeder Versicherung gleich zu handhaben. Zum Beispiel sind in einer normalen Schwangerschaft sieben Kontrolluntersuchungen von der Grundversicherung gedeckt. Zudem sind besondere Leistungen bei Mutterschaft wie eben z. B. die Kontrolluntersuchungen von den Kostenbeteiligungen (Franchise und Selbstbehalt) befreit. Dies bedeutet, dass Sie die Kosten für den ersten wie auch die folgenden Untersuchungen von Ihrer Versicherung zurückfordern können.

      Gerne empfehlen wir Ihnen, dass Sie den Rückforderungsbeleg umgehend der KPT zustellen, sobald Sie die Rechnung des Arztes erhalten haben. So haben Sie gute Chancen, dass Sie das Geld der Rückerstattung erhalten, bevor die Arztrechnung überhaupt fällig ist.

      Mehr zu den Kostenübernahmen und weiteren Themen zu versichert in der Schwangerschaft erfahren Sie auch in unserem Artikel http://sanablog.ch/gut-versichert-in-die-schwangerschaft/

      Gerne sind wir auch bei weiteren Fragen für Sie da und wünschen Ihnen alles Gute für die Schwangerschaft.

      Freundliche Grüsse
      Ihr Sanagate-Team

  5. B. Simon | 09.06.2016 um 15:32

    Guten Tag

    Ich war kürzlich gerade wieder bei der Vorsorgeuntersuchung, welche dieses Jahr nochmal über meine Zusatzversicherung läuft. Nun hat meine Frauenärztin zusätzllich mit ihrem Ultraschallgerät einen kurzen Blick auf die Gebärmutter geworfen mit der Bemerkung, sie checke dies ab und zu noch rasch ab. Muss ich jetzt davon ausgehen, dass die Rechnung wieder über die Grundversicherung läuft, da ein Ultraschalluntersuch nicht auf der Liste der Vorsorgeuntersuchung aufgeführt ist?

    Auch ist mir nicht ganz klar, weshalb bei einer Vorsorgeuntersuchung etwaige zusätzliche Leistungen, die über Krankheit laufen, nicht separiert werden können von der Krankenkasse (so wie Krankenkassen ja auch gewisse Medikamente teils nicht übernehmen und aus der Leistung streichen). Dies fällt gerade dann für den Patienten ins Gewicht, wenn der Anteil der Vorsorgeuntersuchung in einer Rechnung deutlich höher ist als der eines kleinen Postens, welcher unter “Krankheit” läuft.
    Gibt es da eine andere Lösung ausser der, dass man den Frauenarzt um zwei separate Rechnungen bittet?

    Besten Dank für Ihre Antwort zum Voraus!
    B. Simon

    1. Désirée Seuret | 10.06.2016 um 11:29

      Liebe Frau Simon
      Danke für Ihre differenzierte Frage. Wie Sie richtig vermuten, gehört ein Ultraschalluntersuch nicht zum üblichen gynäkologischen Vorsorgeuntersuch. Als Versicherung sind wir bei der Kostenübernahme an die strengen Vorgaben des Krankenversicherungsgesetztes gebunden. Unter den Massnahmen für Prävention wurde gesetzlich “nur” die gynäkologische Vorsorgeuntersuchung inklusive Krebsabstrich aufgenommen. Die gynäkologische Vorsorgeuntersuchung wird als sogenannte “alleinige gynäkologische Leistung” definiert.

      Da der zusätzliche Ultraschalluntersuch als “Leistung im Krankheitsfall” gilt, wird die Behandlung nicht mehr als alleinige gynäkologische präventive Untersuchung ausgewiesen – auch wenn dabei die “Leistung im Krankheitsfall” den kleineren Betrag ausmacht. Dabei dürfen wir Rechnungen, welche vom Arzt als Behandlungskomplex deklariert und verrechnet werden nicht selber nach einzelnen Positionen aufsplitten, sondern dies nur nach getrennter Aufstellung und somit klarer Deklarierung durch den Arzt separat abrechnen. Wie Sie erwähnen empfehlen wir Ihnen deshalb, dass Sie Ihren Frauenarzt um zwei separate Rechnungen bitten, falls er dies nicht automatisch macht. So können wir den Vorsorgeuntersuch durch die Zusatzversicherung übernehmen – sofern die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind – und der Ultraschall wird über die Grundversicherung abgerechnet.
      Freundliche Grüsse
      Ihr Sanagate-Team

  6. S. Güdel | 28.07.2016 um 18:31

    Ihre Erkärungen auf der Homepage sind wirklich sehr gut, vielen Dank dafür. Ich war noch nie bei einer Krankenkasse versichert die so viel Wert auf Kundenaufklärung setzt. Es hat hier viele spannende Beiträge und bei jedem lerne ich etwas dazu, das ich bisher nicht wusste.

    1. Désirée Seuret | 29.07.2016 um 11:32

      Liebe/r Frau/Herr Güdel
      Vielen Dank für Ihr nettes Feedback. Es freut uns, dass Sie unsere Beiträge nützlich finden. Falls Sie mal mehr zu einem Thema erfahren möchten, zu welchem Sie bislang noch nichts auf dem sanaBlog finden, nehmen wir auch immer gerne Themeninputs entgegen. Wir wissen, dass die Versicherungsthematik komplex sein kann – deshalb ist es uns wichtig, Transparenz und Verständnis schaffen zu können. Wir wünschen Ihnen einen schönen Sommer und freuen uns, Sie zu unseren Blog-Lesern zählen zu dürfen.
      Freundliche Grüsse
      Ihr Sanagate-Team

  7. Kleiner | 17.08.2016 um 19:56

    Guten Tag
    Ich habe eine Frage:
    ich meinte es gab mal eine Abstimmung in der Schweiz
    das ” Präventionsleistung ” Gynäkologischer Vorsorgeuntersuch
    von der Krankenkasse jedes Jahr bezahlt werde?

    Freundliche Grüsse
    M.Kleiner

    1. Désirée Seuret | 19.08.2016 um 16:44

      Liebe Frau Kleiner

      Effektiv hat sich hinsichtlich der Kostendeckung von gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen in Vergangenheit etwas geändert – jedoch genau umgekehrt. Bis vor rund zehn Jahren war die gynäkologische Vorsorgeuntersuchung eine Pflichtleistung der Grundversicherung (OKP), die jährlich bezahlt wurde. Seit der Gesetzesänderung durch das Parlament darf der Vorsorgeuntersuch gemäss Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) Art. 12e Bst. b aber nur noch alle drei Jahre durch die OKP übernommen werden. In den Jahren, in denen die Leistungen nicht durch die OKP übernommen werden können, können solche Kosten von einer Zusatzversicherung gedeckt werden – bei Sanagate etwa von der Ambulantversicherung.
      Freundliche Grüsse
      Ihr Sanagate-Team

  8. Marie Klaassen-Siegmund | 01.09.2016 um 12:08

    Hallo zusammen,

    ich werde demnächst in die Schweiz umziehen und bin total durcheinander, weil ich das ganze Krankenversicherungssystem nicht verstehe :-/

    Ich habe jetzt verstanden, dass man einen Selbstzahleranteil hat, den man zahlen muss, bevor die Krankenkasse einspringt. Okay, gut… Soweit verstanden ;)

    Wie sieht es mit Verhütungsmitteln aus? Zahlt das die Krankenkasse oder muss man das komplett selbst zahlen? Ich komme aus Deutschland und hier sieht das ja dementsprechend echt gut aus…

    Danke schonmal für Ihre Hilfe und viele Grüße aus Deutschland

    Marie Klaassen-Siegmund

    1. Deborah Burri | 06.09.2016 um 15:52

      Liebe Frau Klaassen-Siegmund
      Genau, weitere Informationen zu dem sogenannten Selbstbehalt und der Franchise finden Sie auch hier: http://sanablog.ch/francais-franchise-et-participation-aux-couts-quest-ce-que-cest/¨
      Für Verhütungsmittel müssen Sie leider tatsächlich selber aufkommen. Beiträge für Verhütungsmittel gehören nicht zu den im Krankenversicherungsgesetz (KVG) definierten Pflichtleistungen der Grundversicherung, und auch aus den Zusatzversicherungen sind keine Leistungen an Verhütungsmittel vorgesehen.
      Bei weiteren Fragen sind wir gerne für Sie da.
      Ihr Sanagate-Team

  9. O.F | 16.06.2017 um 10:15

    Guten Tag
    Ich habe eine Frage, ich selbst war noch nie bei einem Frauenarzt. Strebe aber in den nächsten Zeit an mich zur Vorsorge untersuchen zu lassen. Wenn ich das aus dem Text richtig heraus gelesen habe, wird der erste Besuch kostenlos bzw. von der Grundversicherung übernommen? Besten Dank im Voraus.
    Mit freundlichen Grüssen

    1. Deborah Burri | 22.06.2017 um 16:14

      Guten Tag
      Vielen Dank für Ihre Nachfrage. Wie Sie richtig gesehen haben, wird Ihre erste gynäkologische Vorsorgeuntersuchung von der Grundversicherung übernommen. Allerdings müssen Sie sich an den Kosten beteiligen, indem diese an Ihre Franchise und Ihren Selbstbehalt angerechnet werden. Alle drei Jahre wird die Vorsorgeuntersuchung auf diese Weise von der Grundversicherung übernommen. In den Jahren dazwischen übernehmen viele Zusatzversicherungen (bei Sanagate die Ambulantversicherung) die Kosten – hier dann auch ohne Kostenbeteiligung.
      Freundliche Grüsse
      Ihr Sanagate Team