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Kostenübernahmen: Pure Willkür?

Jeder Schweizer bezahlt monatlich seine Krankenversicherungsprämie. Wenn dann Arztrechnungen anfallen erwartet man, dass die Versicherung diese auch bezahlt. Aber nicht immer wird alles übernommen. Weshalb? Handeln die Krankenversicherer willkürlich?

Kostenübernahme ist keine Willkür

Welche Kosten von den Versicherungen wann übernommen werden, hat der Bund im Krankenversicherungsgesetz (KVG) definiert.

«Immer wenn ich Ihnen eine Arztrechnung einsende, muss ich diese am Schluss trotzdem selber übernehmen. Können Sie mir erklären, weshalb ich überhaupt Prämien zahle, wenn ich ja gleichwohl nie etwas erhalte?» Regelmässig erkundigen sich enttäuschte Kunden nach dem Grund, für die fehlende Kostenübernahme durch die Versicherung.

Das Gesetz sagt, was bezahlt wird

«Versicherte Personen wünschen sich verständlicherweise eine vollständige Kostenübernahme durch ihre Versicherung», ist sich Antonia Lepore, Leiterin Marketing/Services und stellvertretende Geschäftsführerin, bewusst. Bei einer Ablehnung seien die Enttäuschung und das Unverständnis jeweils gross. «Wir verstehen den Ärger der Kunden, jedoch müssen sich die Krankenversicherungen bei den Kostenübernahmen an die gesetzlichen Vorschriften halten.»

«Das Krankenversicherungsgesetz des Bundes (KVG) schreibt uns genau vor, welche Kosten wir mit der Grundversicherung übernehmen dürfen und welche nicht», so Antonia Lepore. Das KVG ist für jeden Krankenversicherer verbindlich. Dies ist der Grund, weshalb für Sie als versicherte Person durch die Grundversicherung immer dieselben Leistungen gedeckt sind. Unabhängig davon, bei welcher Versicherung Sie die Grundversicherung abgeschlossen haben, jede Krankenversicherung übernimmt gemäss dem Gesetz dieselben Leistungen.

Individuelle Prämien für gesunde Menschen

Das Krankenversicherungsgesetz legt fest, dass sich jede versicherte Person an ihren Gesundheitskosten selber beteiligt. Dies in Form der sogenannten Franchise und des Selbstbehaltes sowie dem allfälligen Spitalbeitrag. Wie sich diese sogenannten Kostenbeteiligungen zusammensetzten finden Sie in der «Übersicht Kostenbeteiligung».

«Ich war noch nie krank und Sie mussten noch nie etwas für mich bezahlen. Deshalb können Sie mir sicher eine tiefere Prämie anbieten?» Diesem Wunsch unserer Kunden können wir jedoch nicht nachkommen. Versicherungen sind vom Gesetz dazu verpflichtet, Ihre Prämien nach Regionen für alle Personen gleich zuhalten.

Dies weil das Schweizer Gesundheitssystem auf dem Solidaritätsgedanken basiert. Das bedeutet, dass wir die Gesundheitskosten unserer Gemeinschaft in Form der Versicherungsprämie alle gemeinsam mittragen – ob krank oder gesund.

Die versicherten Personen bezahlen ihre Prämien sozusagen in den Grundversicherungstopf ein. Wer krank wird, dem werden allfälligen Kosten aus dem Grundversicherungstopf übernommen. Je mehr Geld aus dem Topf fliesst, um die Leistungen zu bezahlen, umso mehr Geld muss auch in den Topf einbezahlt werden. Die Krankenversicherungsprämien sind so ein Abbild der Zahlungen, welche eine Krankenversicherung den Leistungserbringern (Spitäler, Ärzte, Apotheken, Therapeuten, usw.) für die Behandlungen der versicherten Personen bezahlen.

Wer mehr bezieht, muss auch mehr einbezahlen und umgekehrt?

Mit diesem Gedanken wäre die Idee des Solidaritätsprinzips zu Ende. Zudem tritt an dieser Stelle das Gesetz wieder auf das Spielfeld. Die Krankenversicherungen können nicht einfach willkürliche Prämien festsetzen. Jede Versicherung muss im Sommer jeweils ihren Prämienvorschlag beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) einreichen. Das BAG entscheidet letztlich darüber, ob ein Krankenversicherer die Prämien höher ansetzen muss oder ob sie Rabatte gewähren darf.

Was halten Sie vom Solidaritätsprinzip der Grundversicherung?

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