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Mindfulness – Achtsamkeit im Alltag

Panik, Angst und Wut sind Gefühle, die in unserem Kopf entstehen und nicht äusserlich existieren. Und das ist eine gute Tatsache – denn das bedeutet, dass wir sie steuern können. Mindfulness als Achtsamkeits-Meditation lehrt uns wie.

Mindfulness

FOTOLIA    Finden Sie Ihr inneres Gleichgewicht

Mindfulness ist eine Achtsamkeits-Meditation und entstand in den Vereinigten Staaten Ende der 70er Jahre. Entwickelt wurde sie von Jon Kabat-Zinn, einem Biologen und Professor der Medizinischen Universität Massachussets. Mindfulness ist angelehnt an die buddhistische Vipassana-Meditation und verfügt über ähnliche Elemente wie sie teilweise beim Yoga, bei der Zen-Meditation oder auch in der kognitiven Verhaltenstherapie vorkommen. Im Deutschen wird Mindfulness mit Achtsamkeit oder auch volle Aufmerksamkeit übersetzt.

Den Moment bewusst wahrnehmen

Das Ziel von mehr Achtsamkeit ist es, unnötiges Leiden zu bekämpfen sowie unsere Leistungsfähigkeit zu verbessern. Mit Achtsamkeit können wir aktiv an unserer Gefühlswelt arbeiten und besser verstehen und akzeptieren, was uns beschäftigt. Dabei richten wir unsere Aufmerksamkeit bewusst auf den gegenwärtigen Moment und versuchen, diesen nicht zu werten. Doch was bedeutet es, den gegenwärtigen Moment nicht zu beurteilen? Wir sollten uns zum Beispiel nicht dafür kritisieren, dass wir ängstlich und deprimiert sind oder nicht in der Lage sind, zu schätzen, was wir haben. Denn wenn wir unsere Gefühle kritisieren, werden wir zu unserem schlimmsten Feind. Die Achtsamkeits-Meditation will uns zu Verbündeten unserer selbst machen. Sie will, dass wir unsere Gedanken gutmütig betrachten. Sie lehrt uns, unsere Gedanken aus einer gewissen Distanz wahrzunehmen und nicht damit zu verschmelzen. Wichtig ist: sich von den eigenen Gedanken zu distanzieren heisst nicht, Emotionen zu unterdrücken! Die Achtsamkeit hilft uns, unsere tiefsten Emotionen zu erkennen und zu akzeptieren, ohne sie in gut oder schlecht zu beurteilen. Wir können unsere Reaktion bewusster steuern und ungewollte Schutzmechanismen vermeiden.

Leiden zu ignorieren schafft neues Leiden

Oft wird ein Leiden verstärkt, wenn wir versuchen, unsere schlechten Gefühle zu leugnen oder sich ihnen zu entziehen. Ausreden wie „Ich bin nicht wütend, ich bin nur müde“, oder Ausflüchte wie „im Urlaub erhole ich mich bestimmt wieder“, „wenn ich einen neuen Job finde, wird es ganz anders sein“, „wenn ich ein Kind habe, wird mein Leben voller Freude sein“ kennen wir alle. Das sind Schutzmechanismen, die ironischerweise noch mehr Leiden verursachen können. Die Grundlage der achtsamen Philosophie ist daher, unsere positiven wie auch negativen Gefühlen mit einer gleichmütigen Haltung und Würde zu beobachten und zu begrüssen. Freude und Schmerz haben das gleiche Recht in unserem Leben zu existieren.

Die Technik

Die Technik an sich ist simpel, verlangt aber dennoch Übung: Beginnen Sie, sich auf Ihren Atem zu konzentrieren. Beginnen Sie, Ihre Gedanken zu reduzieren und die Konzentration auf Ihre Atmung zu lenken. Alles was Sie tun ist Ihren Atem zu beobachten. Wenn Sie den Fokus verlieren und gedanklich abschweifen, erinnern Sie sich, die Gedanken los zu lassen und nur auf die Atmung zu achten. Dieses Erinnern soll keineswegs ein Tadeln sein sondern ein liebevoller Hinweis. Im Laufe der Zeit können Sie sich auffordern, sich mit der gleichen Aufmerksamkeit auch auf Gedanken, Gefühle, Worte und Handlungen im Alltag zu konzentrieren. Von der Achtsamkeitsübung gibt es eine Vielzahl an Variationen wie Sitzmeditation, Gehmeditation, Yoga oder auch Körperscan. Aber jede Aktivität des täglichen Lebens kann eine Gelegenheit für ein bewusstes Üben werden. Sogar Essen und Putzen kann als Achtsamkeitsübung dienen.

Die Vorteile

Jeder kann die vielfältige positive Wirkung von Mindfulness für sich nutzen. Mit der Achtsamkeitsübung vermindern Sie Stress, reduzieren Ängste und übermässige Emotionalität, verlangsamen das Altern des Gehirns und steigern Ihre Konzentrationsfähigkeit sowie Produktivität, fördern Ihre Kreativität und gewinnen mehr Lebensfreude. Auch kann die Achtsamkeit bei schwierigen Lebensumständen unterstützen. Das können beispielsweise Probleme wie Depressionen, Schlaflosigkeit, chronische Schmerzen, Angstzustände, Panikattacken, Süchte und Zwangsstörungen sein.

Da Mindfulness im Prinzip so einfach anwendbar ist und so vielseitig eingesetzt werden kann, sagen wir einfach: Ausprobieren lohnt sich!