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Schlaf Menschlein Schlaf…

Jede dritte Person in der Schweiz klagt über Schlafstörungen. Wie weiter, wenn «Schäfchen zählen» nichts mehr nützt? Eine Schlaflose erzählt.

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Entspannung und innerliche Ruhe fördert einen erholsamen Schlaf. ISTOCKPHOTO

Ich wälze mich in meinem Bett hin und her. Ich bin müde. Erschöpft vom langen Arbeitstag. Aber Schlafen? Daran ist nicht zu denken! Meine Gedanken kreisen um die Arbeit, um meine Familie, ich muss mein Auto noch in die Garage bringen…

Sie kennen das? Dann sind Sie in bester schlafloser Gesellschaft. In der Schweiz ist jeder Dritte geplagt von Ein- oder Durchschlafstörungen. 10 bis 20 % kommen gar nicht zur Ruh und leiden an chronisch gestörtem Schlaf. Ich selber bin seit 17 Jahren von Schlafstörungen geplagt. Was mir hilft? Das Bewusstsein für mich selber und feste Rituale.

Die häufigsten Schlaf-Räuber

Stress, Konflikte oder Depressionen – Belastungssituationen sind die häufigsten Auslöser für Schlafprobleme. Wer sich wegen einschneidenden Ereignissen, intensiven Erlebnissen oder Konflikten an neue Lebensumstände oder bestimmte Tatsachen anpassen muss, erleidet – manchmal auch unbewusst – enormen Stress. Oft klagen Menschen in Veränderungsprozessen über unruhigen oder gestörten Schlaf. Diese vorübergehenden Schlafstörungen verschwinden in der Regel mit der Beseitigung des Stress-Auslösers oder mit zunehmender Gewöhnung an die neue Situation.

Kann sich ein Mensch nicht an Veränderungen anpassen, kann die Stresssituation zu einer chronische Belastung werden. Oft ist der schlechte Schlaf dann von Schnarchen, Schlafwandeln, Zähneknirschen, Sprechen im Schlaf, Bettnässen, Beinkrämpfen oder Alpträumen begleitet.

Alternativen zum Schäfchen zählen

Die Tipps rund ums Schlafen sind genau so vielfältig wie die Menschen, die mit Schlafstörungen kämpfen. Egal ob Sie Enstpannungstechniken oder Musik bevorzugen, wichtig ist, dass Sie ein Einschlafritual finden, dass zu Ihnen passt. Meine Erfahrung nach 17 Jahren Schlafstörungen hat mir gezeigt, dass es sich lohnt, das Ritual von Zeit zu Zeit zu wechseln. Auch ist Geduld gefragt. Sie werden nicht sofort beim ersten Mal nach dem Ritual schlafen wie ein Stein. Aber der erholsame Schlaf folgt bestimmt.

Einige Tipps, wie Sie schneller und geruhsamer ins Land der Träume gelangen:

Essen und Trinken

  • Kein Koffein nach 16 Uhr, Alkohol vermeiden
  • Nachtessen eher leicht und warm (Suppen), nicht spät einnehmen,
    Verdauungsprozess soll nicht mit Einschlafen zusammen fallen. Warmes Essen verhindert kalte Füsse und kalte Hände.
  • Gutenacht-Tee: Kamillentee oder warme Milch mit Honig. Melisse, Baldrianwurzeln oder Passionsblume sind beruhigend.

Entspannung

  • Warmes Bad 37°C, maximum 20 Minuten z. B. wenige Tropfen ätherisches Oel wie Lavendel oder Kamille gemischt mit flüssiger neutraler Seife – persönlich habe ich sehr gute Erfahrung gemacht.
  • Warmes Fussbad: mit Rosenblätter oder Lavendelblüten um den Wohlfühlfaktor zu erhöhen
  • Entspannungstechniken: Meditationsübungen, Yoga, Atemübungen, Fussreflexzonenmassage
  • Entspannungsmusik, klassische Musik zur Beruhigung
  • Progressive Muskelentspannung nach Jacobson: Durch An- und Entspannen von Muskelgruppen kann der ganze Körper entspannt werden. Mir haben diese Übungen zudem sehr gut geholfen, um abzuschalten, um auch dem Kopf Ruhe zu gönnen.

Schlafzimmer

  • Schlafzimmer lüften bevor Sie zu Bett gehen oder noch besser einen Sparziergang nach dem Essen. Die Temperatur im Schlafzimmer sollte sich zwischen 16–18 °C befinden.
  • Computer, Handy, Fernseher – Elektrogeräte gehören nicht ins Schlafzimmer, die elektronischen Strahlungen können den Schlaf beeinträchtigen.
  • Bett: eine passende Matratze ist das A und O. Persönlich war ich auch sehr positiv von einer kleinen Feng Shui Massnahme überrascht. Das Bett so ausrichten, dass der Kopf Richtung Norden liegt, dies soll die Regeneration fördern. Für mich hat es sich gelohnt.

Schweizer Nr. 1 im Beruhigungsmittel-Konsum

Kein Land vertilgt pro Jahr und pro Kopf mehr Medikamente der Gruppe Benzodiazepine – besser bekannt als Beruhigungsmittel – als die Schweiz. Nach Nikotin und Alkohol stellen diese Medikamente die drittgrösste Suchtgruppe dar. Die Medikamente sollten maximal für zwei bis vier Wochen verordnet werden . In der Praxis nehmen 65 % der Leute, die Benzodiazepine verordnet bekommen, diese länger als ein Jahr. 30 % mehr als fünf Jahre.

Die alternative Medizin bietet sanfte und pflanzliche Alternativen zu den herkömmlichen Beruhigungsmitteln.

Können Sie auch ein Schlafliedchen von schlaflosen Nächten singen? Was wiegt Sie in das Land der Träume?