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Schlapp nach der Grippe

Das Fieber ist weg und Sie sind wieder gesund. Allerdings fühlen Sie sich bei weitem nicht mehr so fit wie Sie es vor der Grippe waren. Was ist nur los?

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FOTOLIA    Energiekrise nach der Grippe

Wir steigen die Treppen hoch zu unserer Wohnung, laufen zur Bushaltestelle oder gehen kurz im Dorfladen einkaufen. Danach sind wir schweissgebadet, ausser Puste und fühlen uns, als ob wir einen 10-Kilometer-Lauf gelaufen sind. Wir wollen uns nur noch hinlegen und ausruhen. Auch bei der Arbeit kommen wir nur schwer in die Gänge und haben Mühe mit der Konzentration. Der 8-Stunden-Arbeitstag fühlt sich elend lang an. Dabei sind wir doch wieder gesund. Die Grippe liegt hinter uns. Doch unsere (geistige) Fitness lässt zu wünschen übrig.

Gesund und trotzdem nicht fit

Wenn der Körper kein Fieber mehr hat, der Husten verschwunden ist und die Nase nicht mehr läuft, heisst das leider noch lange nicht, dass wir bereits wieder voll leistungsfähig sind. Nach einem grippalen Infekt oder nach der Grippe brauchen wir oftmals noch Geduld. Geduld mit unserem Körper und genügend Ruhephasen. Denn die Abgeschlagenheit kann sich sehr hartnäckig halten. Unsere Muskelkraft und Kondition haben durch das Liegen und Ruhen nachgelassen. Zudem war der Körper während der Krankheit im Dauerstress und hat viel gearbeitet. Wir fühlen uns schlapp und energielos. Das Immunsystem kämpfte mit Viren und Bakterien, versuchte dieses abzuwehren und beförderte Giftstoffe aus dem Körper. Nun ist das Immunsystem erschöpft und hat ein Energiedefizit. Was es jetzt braucht ist Zeit zur Regeneration.

Die Rekonvaleszenz-Phase

Wenn wir nach einer Krankheit regenerieren befinden wir uns in der sogenannten Rekonvaleszenz. Das lateinische Verb „reconvalescere“ bedeutet so viel wie „wieder kräftig werden, wieder stark werden“. Die Rekonvaleszenz-Phase ist somit die Zeit nach einer Krankheit, die wir benötigen, um wieder fit zu werden. Oft ruft jedoch die liegengelassene Arbeit und wir gehen vor vollendeter Genesung an den Arbeitsplatz zurück und denken, wieder voll einsatzbereit zu sein. Aber wir sollten gut auf unser Körpergefühl achten. Geben wir zu früh wieder Vollgas, besteht die Gefahr, sich mit einem neuen grippalen Infekt anzustecken, da das Immunsystem noch geschwächt ist. Zwar steckt man sich nicht mehr mit dem gleichen Virus wie davor an, gegen diesen ist man nach der ersten Ansteckung resistent, aber leider lauern noch unzählige andere Viren auf uns. Deshalb sollten wir dem Körper die Zeit geben, die er braucht. Der Körper entgiftet beispielsweise auch noch Tage nach der Grippe. Denken Sie deshalb daran, weiterhin viel zu trinken! Ausreichend Flüssigkeit löst den Schleim besser und macht es einfacher, die restlichen Krankheitserreger aus dem Körper auszuschwemmen.

Überanstrengen Sie sich nicht

Im Prinzip gilt in der Regenerationszeit alles, was auch sonst gesund ist: Viel Schlaf, gesund essen, viel trinken und genügend Ruhepausen. Zu Beginn der Erholung  ist es ratsam, grosse Menschenmassen und erkälteten Mitmenschen zu meiden. Vermeiden Sie auch körperliche Überanstrengung. Sie müssen jetzt noch keinen Marathon laufen. Es gilt, langsam wieder aktiv zu werden. Beginnen Sie mit kleinen Spaziergängen, die Sie nach und nach ausdehnen. Die frische Luft regt den Kreislauf an, und für den Kopf ist es angenehm zu wissen, dass die Runde nur kurz ist und man bei Erschöpfung schnell wieder zuhause sein kann. Fordern Sie den Körper jeden Tag ein bisschen mehr. Bei einem Spaziergang bei Tageslicht tanken Sie zudem wichtiges Vitamin D. Dieses stärkt Ihr Immunsystem. Wenn Sie noch nicht allzu viel Appetit auf Essen haben, gehen Sie es langsam an. Hören Sie auf Ihren Magen und setzten Sie auf Schonkost: Gedämpftes Gemüse, Kartoffeln oder Reis eignen sich gut. Aber auch Boullion-Suppe oder Kartoffelstock. Wer es gerne süss mag, kann sich zum Beispiel auch Griessbrei zubereiten. Vermeiden Sie kräftige Speisen, die die Verdauung unnötig überfordern und beginnen Sie mit kleinen Essensportionen.