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Sport oder Meditation? Yoga-Lehrerin klärt auf.

Wie beweglich muss man für Yoga sein? Wie finde ich den richtigen Stil? Und was hat es mit dem POP UP YOGA auf sich? Die Yoga-Lehrerin Deddou Burkhard klärt auf.

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Der Pfeil: Sieht anspruchsvoller aus, als die Yoga-Übung effektiv ist. DEDDOU BURKHARD

Gewisse Positionen auf Ihrem Instagram-Profil sehen ganz schön akrobatisch aus. Wie beweglich muss man/frau für Yoga sein?

Der körperliche Teil von Yoga, also die Positionen (Asanas), fördern eine Mischung aus Beweglichkeit und Kraft. Viele haben Hemmungen, mit Yoga zu beginnen, weil sie das Gefühl haben, zu steif zu sein. Dabei ist das gerade der beste Grund, um mit Yoga anzufangen. Dazu kommt, dass jeder individuelle Stärken und Schwächen in seinem Körper hat. Yoga hilft die eigenen Schwachstellen zu trainieren und so den Körper wieder in Einklang zu bringen.

>> zum Artikel Yoga-Basics – so einfach geht’s

Yoga ist also mehr Sport als Meditation?

Gute Frage. Kommen Sie mal in eine POP UP YOGA Lektion und finden Sie es heraus. Mit Yoga trainiert man Körper und Geist, arbeitet an der bewussten Atmung und lernt, auf seinen Körper zu hören. Meiner Meinung nach ist es deshalb viel mehr als eine Sportart oder Meditation: Es ist eine ganzheitliche Lebensphilosophie und macht einem zufriedener und gesünder im Alltag.

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Yoga kann nicht nur anstrengendes Training sein, sondern bringt den Körper wieder in Einklang. DEDDOU BURKHARD

Nun gibt es aber x verschiedene Yoga-Arten. Wie finde ich dabei den richtigen Stil für mich?

Es gibt unzählige Yogastile und diese unterscheiden sich nochmals durch den Lehrer, die sie unterrichtet. Ich persönlich kam durch viel Zufall an den Yogastil, der mir mit Abstand am besten gefällt: den Lotus Flow aus dem New Yorker Yogastudio Laughing Lotus. Aber abgesehen davon praktiziere ich auch gerne Yin, Acro Yoga oder Kundalini Yoga.

Hier mein Tipp: Offen bleiben, neugierig sein und auch mal eine exotisch klingende Yogalektion besuchen. Jeder Stil und jeder Lehrer bringt ein anderer Aspekt von Yoga zum Vorschein.

Sie unterrichten insbesondere im Stil Lotus Flow. Was unterscheidet diese Yoga-Art von den klassischen Richtungen?

Lotus Flow basiert auf dem Yogastil Vinyasa Flow. Im klassischen Vinyasa Flow wird die Atmung mit der Bewegung verlinkt und die Yogapositionen (Asanas) aneinandergereiht. Der Lotus Flow besteht aus dynamischen Asanas kombiniert mit mitreissenden Beats. Dabei fliessen tänzerische Elemente, Körper Mudras und Atemübungen auf spielerische Weise in den Bewegungsfluss ein. Körper und Geist werden in ein Hoch katapultiert und führen den Yogi ins Hier-und-Jetzt. Die Lektion klingt mit einem ruhigen, fast meditativen Teil aus und bringt innere Ruhe und den Körper zurück ins Gleichgewicht.

In Ihren sogenannten POP UP YOGA-Lektionen bleibt nicht nur der Körper in Bewegung, sondern auch der Unterrichtsort. Boutique, Boxraum, Dachterrasse. Was ist die Absicht hinter den ständig wechselnden, teils ausgefallenen Unterrichtsorten?

Es gibt verschieden Gründe, warum ich gerne den Unterrichtsort wechsle. Der Hauptgrund ist: Es macht Spass! Jeder Raum bringt eine andere Stimmung, kreiert eine ganz spezielle Atmosphäre. Dies wird von den Kursteilnehmern sehr geschätzt. Ein grosses Plus ist dabei die Unabhängigkeit. Sobald im Sommer die Sonne scheint, können wir Yoga auf einer Dachterrasse oder in einem Park machen. Dies ist eine wunderbare Freiheit, die das Yoga aufregender gestaltet. Yoga soll in den Alltag gehören und Teil des eigenen Lifestyles sein. Weshalb also nicht gleich den Yoga-Ort vom Studio in ein Wohnzimmer verschieben, in einen Garten oder ein leerstehendes Büro?

>> zum Artikel POP UP YOGA – dynamisch entspannen

Wenn ich mit Yoga beginnen möchte, was benötige ich? Muss ich auf etwas besonders achten?

In den meisten Fällen ist es der Wunsch zu einer Veränderung, der einem in die erste Yogastunde bringt. Gewisse wollen mehr Ruhe im stressigen Alltag finden, andere zieht der körperliche Aspekt des Yogas an, und wieder andere wollen ihren Köper besser spüren und ihre Haltung verbessern. Um Yoga zu beginnen, braucht es also die richtige Einstellung und den Willen etwas zu verändern. Dabei ist es wichtig, Geduld mit sich und dem eigenen Körper zu haben und den Durchhaltewillen, um nicht nach der ersten Lektion aufzugeben.

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Zur Person

Deddou Burkhard hat schweizerische und nordafrikanische Wurzeln und wuchs in Zürich und Zug auf. Ihre erste Yogastunde besuchte Deddou 2009 in einem Fitnesscenter in Südafrika. Inspiriert von dieser Erfahrung reiste sie im selben Jahr nach New York, wo sie alle Arten von Yoga ausprobierte und im Vinyasa Flow den für sie perfekten Yogastil fand. Die Kombination aus anspruchsvollen Asanas, gepaart mit anmutigen Flowbewegung und mitreissender Musik vereinte alles, was die langjährige Tänzerin glücklich macht. Zurück in der Schweiz vertiefte Deddou ihre Yogapraxis. Nach Yoga-Retreats in Indien und Südafrika und Trainings in Genf und Mexiko absolvierte sie im Sommer 2012 die Yogalehrerausbildung in New York. Seit ihrer Rückkehr unterrichtet Deddou Yoga unter ihrem eigenen Label POP UP YOGA.