gesund und gut

Was tun bei Eisenmangel?

Zu wenig Eisen im Blut macht uns schlapp: Doch woher kommt der Mangel, wie können wir vorbeugen und welche Leistungen übernimmt die Krankenversicherung?

Blog_Bild_B

Warum brauchen wir Eisen?
Eisen als Spurenelement in unserem Blut ist ein wichtiger Bestandteil für einen funktionierenden Stoffwechsel. Denn dank Eisen transportieren unsere Blutkörperchen Sauerstoff zu den Körperzellen. Ist jedoch nicht ausreichend Eisen vorhanden, werden Sauerstoffaufnahme und -transport gestört.

Was ist Eisenmangel?
Eisenmangel gehört zu den häufigsten Mangelerkrankungen weltweit. Vor allem Frauen sind betroffen, da bei der Menstruation auch Eisen verloren geht. Kann der Eisenbedarf unseres Körpers nicht mehr gedeckt werden – etwa durch die Aufnahme von eisenreicher Nahrung – treten Mangelerscheinungen auf.

Was sind die Symptome?
Durch die mangelnde Versorgung der Zellen mit Sauerstoff kommt es zu Ermüdungserscheinungen. Das kann sich in Kopfschmerzen, Antriebslosigkeit, chronischer Müdigkeit, brüchigen Haaren und Nägeln und Schlafstörungen bemerkbar machen. Die Symptome können auch einer Anämie gleichen, etwa bei blasser Haut oder Leistungsschwäche.

Wie wird Eisenmangel gemessen?
Für die Diagnose braucht es eine ärztliche Messung des detaillierten Blutbildes. Drei Werte sind bei einem Eisenmangel entscheidend: jene des Hämoglobins, des Ferritins und des Transferrins.

Hämoglobin ist der eisenspeichernde Proteinkomplex im Blut und verleiht diesem die rote Farbe. Der Wert für Hämoglobin sollte bei Frauen 12 g/dl und bei Männern 13 g/dl nicht unterschreiten.

Ferritin ist unser Speichereisen, das wie ein Depot für den Körper funktioniert. Hier sollte die Konzentration im Blutserum bei beiden Geschlechtern nicht unter 30 Milligramm pro Liter fallen.

Transferrin (auch Transporteisen) nimmt freies Eisen im Serum mithilfe zweier Bindungsstellen auf und transportiert es zu den Zellen. Normalerweise sind 35% der Bindungsstellen gesättigt, bei unter 20% kommt es zu Mangelerscheinungen. Die normale Konzentration im Serum liegt 2,1 bis 3,4 g/l bei Männern und 2,0 bis 3,1 g/l bei Frauen und steigt bei fehlendem Eisen.

Wie wird Eisenmangel behandelt?
In erster Linie sollten Sie einen Arzt konsultieren, damit die Ursache für den Mangel gefunden und behandelt wird. Eisenmangel kann als ein Symptom einer anderen Krankheit oder auch  von ungesunder Ernährung oder chronischen Blutungen herrühren. Deshalb werden in einem ersten Schritt die Eisenspeicher des Körpers wieder aufgefüllt. Hierfür gibt es zwei mögliche Wege:

Eisentabletten: Eisenhaltige Tabletten werden über einen längeren Zeitraum von ca. drei bis sechs Monaten eingenommen. Die Therapie ist relativ einfach durchzuführen. Probleme im Magen-Darmtrakt können als Nebenwirkungen auftreten.

Eiseninfusion: Vor allem bei anderen gleichzeitig auftretenden Erkrankungen oder bei einer Unverträglichkeit der Eisentabletten wird auf eine Veneninfusion zurückgegriffen. Da das Eisenpräparat komplexer und stärker dosiert ist, kann es vereinzelt zu allergischen Reaktionen und Schwindel oder Kreislaufkollaps kommen. Je nach Dosierung kann eine einzelne Infusion allerdings schon ausreichen, den Eisenspeicher zu füllen.

Kann man dem Mangel vorbeugen?
Mit der richtigen Ernährung mit eisenhaltigen Lebensmitteln oder solchen, die die Eisenaufnahme erleichtern, kann schon viel getan werden. Dazu zählen vor allem Fleischwaren, Fisch und Meeresfrüchte, Milchprodukte und Eier. Aber auch Getreide wie Hirse- und Haferflocken, grünes Gemüse und Bohnen, Erdnüsse und Aprikosen sind ebenfalls eisenhaltig. Bei der Aufnahme von Eisen hilft besonders viel Vitamin C.

Was übernimmt meine Krankenversicherung?
Die Therapie eines Eisenmangels ist in der Grundversicherung gedeckt. Die zur Therapie gehörenden Medikamente müssen dabei immer vom Arzt verordnet, abgegeben oder angewendet werden. Die akzeptierten Medikamente sind auf der Arzneimitteliste (ALT) oder in der Spezialitätenliste (SL) des Bundes erfasst und werden vergütet, wenn eine allfällige Limitation eingehalten wird und das Medikament für eine registrierte Indikation eingesetzt wird. Ihr Arzt kann Ihnen genauer Auskunft darüber geben, welche Tabletten oder Infusionen sinnvoll sind und von der Krankenversicherung akzeptiert werden.

Keine Kommentare

Please give us your valuable comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>