Weshalb die Versicherung „nie“ bezahlt

„Die Versicherungen werden immer teurer, aber wenn mal etwas ist, bezahlen sie ja sowieso nicht!“ Stimmen Sie dieser Aussagen zu? Dann lesen Sie diesen Artikel.

Krankenversicherungen dürfen nur Behandlungskosten übernehmen, die im Gesetz vorgesehen sind.

Das Gesetz sagt, was bezahlt werden darf
Wer Prämien bezahlt möchte auch, dass die Kosten im Krankheitsfall von der Versicherung übernommen werden. Hierbei darf die Versicherung aber nicht willkürlich alle Kosten übernehmen.

Um Einnahmen und Ausgaben unseres Gesundheitswesens regulieren zu können, schreibt das Krankenversicherungsgesetzes (KVG) und die dazugehörigen Verordnungen vor, welche Leistungen durch die Krankenversicherung bezahlt werden. Diese Vorschriften sind für alle Versicherungen verbindlich. Deshalb haben Sie in der Grundversicherung, egal bei welcher Versicherung Sie sind, immer die gleichen Leistungen zu gute. Eine Versicherung darf nicht willkürlich bestimmen, ob sie eine Physiotherapie bezahlt oder nicht.

Wer mehr bezahlt wird gebüsst
Ob die Versicherungen diese Vorschriften einhalten, wird vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) überprüft. In regelmässigen Audits werden die Versicherungen genau unter die Lupe genommen.

Was muss eine Versicherung und was darf Sie nicht? Erfahren Sie hier mehr.

Stellt das BAG fest, dass eine Versicherung mehr oder andere Leistungen übernommen hat, als diese im Gesetz definiert sind, drohen den Versicherungen hohe Bussen.

„Wir verstehen jeweils die Enttäuschung der Kunden, wenn wir eine Rechnung nicht bezahlen können“, erklärt Antonia Lepore, Leiterin Marketing/Services und stellvertretende Geschäftsführerin der Sanagate, „jedoch müssen wir uns bei den Kostenübernahmen an die gesetzlichen Vorschriften halten.“

Was wird bezahlt?
Über diese Vorschriften wissen auch die Ärzte Bescheid. Sie sind deshalb verpflichtet, ihre Patienten darüber zu informieren, falls sie z. B. ein Medikament abgeben oder eine Behandlung durchführen, welche nicht von der Grundversicherung übernommen wird. Als Patient bleibt Ihnen so die Überraschung, dass die Rechnung letztlich nicht von der Versicherung bezahlt werden kann, erspart.

Bei Unklarheiten sind wir gerne für Sie da und zeigen Ihnen – auch im Voraus einer Behandlung – auf, welche Kosten von der Grundversicherung übernommen werden können oder wo Ihnen allenfalls eine Zusatzversicherung eine erweiterte Kostenübernahme bietet.

Sanagate-Kunden können dank mySanagate Leistungsübernahmen auch bequem online überprüfen. Mit dem Leistungscheck können Sie mit einem Klick abfragen, ob und wie eine medizinische Leistung von der Grund- oder Zusatzversicherung gedeckt ist.

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6 Kommentare

  1. Ich weiss, dass ihr nicht willkürlich Kosten ablehnt. Mühsam ist es, wenn frau eine chronische Krankheit hat und Therapien, welche das Leben erleichtern, selbst bezahlen muss.
    Ich verstehe, wenn man so jemanden animieren will, selber etwas zu tun, aber wenn diese Person schon Sport macht, mit Faszienroller daheim arbeitet etc., ist es halt doof, wenn dann die Physio zum lösen der Muskulatur nur bedingt bezahlt wird 🙁 😉

    • Liebe Karin
      Vielen Dank für Ihren Kommentar. Wir verstehen, dass für Sie im geschilderten Beispiel eine Nichtübernahme der Physiotherapie nicht ganz schlüssig ist. Werden Leistungen der Physiotherapie abgelehnt oder nur eingeschränkt übernommen, kann dies unterschiedliche Gründe haben.

      Einige physiotherapeutische Leistungen dürfen zum Beispiel nur während eines bestimmten Zeitraumes übernommen werden. Andere Voraussetzungen betreffen medizinische Aspekte, für welche die Krankenversicherungen die Beratung von Vertrauensärzten in Anspruch nehmen. Chronische Erkrankungen bedingen auch meist eine längere Behandlungsdauer. Soll die Physiotherapie nach einer Behandlung, die 36 Sitzungen entspricht, zu Lasten der Versicherung fortgesetzt werden, so berichtet der behandelnde Arzt dem Vertrauensarzt der Versicherung den begründeten Vorschlag. Der Vertrauensarzt prüft den Vorschlag und beantragt, ob, und in welchem Umfang, die Physiotherapie zu Lasten der Versicherung fortgesetzt werden kann.

      Wurde Ihnen die Begründung der bedingten Leistungsübernahme nicht oder zu wenig klar mitgeteilt, fragen Sie unbedingt bei Ihrer Versicherung nach. Sind Sie bei Sanagate versichert? Zögern Sie nicht, direkt mit uns Kontakt aufzunehmen.
      Freundliche Grüsse
      Ihr Sanagate-Team

  2. Wenn man an einer chronischen Erkrankung (z.B. Diabetes Typ 1) leidet und das telemedizinische Modell gewählt hat und vergisst den Bezug von (lebenswichtigem) Insulin bei Medgate anzukündigen oder im Notfall innert 5 Tagen zu melden, bezahlt Sanagate nichts!
    Der Sinn des telemedizinischen Modells sollte meines Erachtens sein, die Anzahl der Arztbesuche zu reduzieren und nicht um sich vor Leistungen, die eine lebenswichtige Behandlung erfordern, zu drücken. Sanagate beweisst leider absolut kein Fingerspitzengefühl.

    • Lieber Patrick

      Danke für Ihren Kommentar. Wichtig zu wissen ist, dass auch wenn Sie in einem telemedizinischen Modell versichert sind, Sie in einem Notfall immer direkt zu einem Arzt oder ins Spital gehen können. Es ist aber richtig, dass Sie eine Notfallkonsultation dann innert fünf Arbeitstagen telefonisch nachmelden (lassen). Wie Sie sagen, ist der Sinn eines telemedizinischen Modelles, dass dank der telefonischen Beratung gewisse Arztbesuche gar nicht mehr notwendig sind und die medizinische Versorgung durch Medgate koordiniert wird. Deshalb ist es auch möglich, dass Ihnen Medgate ein „Dauerrezept“ z. B. für 6 oder 12 Monate ausstellt resp. bei chronischen Erkrankungen unter allfälligem Zuzug eines Hausarztes das optimale langfristige Vorgehen mit Ihnen bespricht. So können Sie die Medikamente beziehen, ohne dass Sie dies erneut melden müssen.

      Da uns Ihre Schilderung etwas irritiert, würden wir dies gerne mit Ihnen anschauen. Melden Sie sich doch bitte direkt via redaktion@sanagate.ch bei uns.

      Freundliche Grüsse
      Ihr Sanagate-Team

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